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André Eisermann, Anna Willen und Daniela Willen im Lilo Kinofoyer
André Eisermann, Anna und Daniela Willen im Lilo Kinofoyer
 

Hauptdarsteller des prämierten Kinofilms "Schlafes Bruder" diskutiert mit den Besucher/innen im Lilo - 2. November 1995

Münsterländische Tageszeitung vom 7.11.1995

Das LiLo steuert seinem Höhepunkt im Kinojahr entgegen: Am Samstag, 2. November, wird Theaterleiterm Anna Willen den Schauspieler André Eisermann begrüßen können. Eisermann hat die Hauptrolle in „Schlafes Bruder" gespielt, dem jüngsten Film von „Herbstmilch"-Regisseur Joseph Vilsmaier. Der 27 Jahre alte Eisermann wird zu nächst nachmittags das Kinomuseum von Heinz Dobelmann besuchen, ehe er abends, vor Beginn der Vorstellung des Films, den Besuchern Rede und Antwort stehen wird.

Den Stammgästen des LiLo ist Eisermann kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr spielte er die Hauptrolle in „Kaspar Hauser" und wurde dafür mit dem Bundesfilmpreis 1994 ausgezeichnet. Jetzt stand er wieder vor einem großen Leinwandepos „Schlafes Bruder" berichtet von dem Musikgenie Elias Alder, der in einem kleinen Alpdorf lebt. Die Literaturverfilmung nach. dem Bestsellerroman von Robert Schneider ist Jüngst auf die Vorschlagliste für den Oscar des besten ausländischen Films gesetzt worden.

Eisermann ist durch seine beiden Rollen in Deutschland zum Durchbruch gekommen. Eigentlich ist er jedoch auf der rieaterbühne zu Hause und war beim Thalia in Hamburg engagiert. Er stammt aus einer Schausteller- und Artistenfamilie aus Worms, entwickelte jedoch schon früh den Drang, Schauspieler werden zu wollen.

Leinwandstar in Deutschland zu sein, ist schon eine Sache für sich. Die einen setzen sich fast ausschließlich mit seiner künstlerischen Arbeit auseinander, die anderen feiern ihn als „Star der neuen Zärtlichkeit" und entwickeln einen professionellen, an amerikanischen Maßstäben orientierten Rummel.

Doch das liegt Eisermann nicht unbedingt. Er ist eher der Menschfür die leisen Töne, verhält sich auf Pressekonferenzen zurückhaltend, beinahe schüchtern.

Die Darstellung des Elias in „Schlafes Bruder" hat Eisermann besondere Anforderungen abverlangt. So heißt es, er habe für die Rolle zehn Kilo abnehmen müssen und sich in die hohe Kunst des Orgelspielens einweisen lassen.

Für Regisseur Vilsmaier war Eisermann so etwas wie eine Idealbesetzung. Denn er avanciert zum Fachmann in Sachen mystische Rollen - schon sein „Kaspar Häuser" war entsprechend angelegt. Elias Alder ist wieder so ein Fall. Denn er ist ein Sonderling der sich in der Dorfgemeinschaft nur schwer zurechtfindet.

Elias Alder ist auf der Suche nach der wahren Liebe, die er ia seiner Cousine entdeckt zu haben glaubt. Doch Elias folgt ebenso stetig seinem Drang nach Musik, nur hier, so scheut es, kann er seine Gefühle in Taten umsetzen. Und so ist „Schlafes Bruder" eine Parabel auf die Liebe. Denn, so sagt es Elias selber: „Wer liebt, schläft nicht." Und deshalb beschließt Elias, nicht mehr zu schlafen.

André Eisermann im Kinomuseum Löningen
André Eisermann im Kinomuseum Löningen
 
Autogramm des Stars André Eisermann
Autogramm von André Eisermann

 

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